Der Musikverein um 1960 bei einem Festzug in der Ledergasse

Das Herbstkonzert 2008 im Stadtgarten Schwäbisch Gmünd

G e s c h i c h t e

Die Stadtkapelle blickt auf eine lange, ereignisreiche Zeit zurück.

 

1867 lesen wir im "Remstalboten" von einem Blasmusikverein Schwäbisch Gmünd. In der Zeit um 1870, während des deutsch-französischen Krieges, wurde hauptsächlich das Turmblasen gepflegt.
Ab 1872 traten die Musiker auch bei kleineren Festlichkeiten auf. Hauptbestandteil blieb jedoch die Choralmusik für kirchliche Anlässe.
Während dieser Zeit wurde der erste Dirigent, Adalbert Waller, Stadtgeometer in Schwäbisch Gmünd, bestellt. Vom Jahre 1877 ab nannte sich die Kapelle "Stadtkapelle Schwäbisch Gmünd". Ein neuer Dirigent wurde in Karl Böhme gewonnen, der selbst ein sehr guter Musiker war und vom Infanterie-Regiment 125 aus Stuttgart kam. Die Kapelle wurde personen- wie instrumentalmäßig vollkommen umgestellt, und um ein Streichochester ergänzt.


Es folgte vorübergehend eine Umbenennung von "Stadtkapelle" in "Orchesterverein". Noch heute spricht man in Schwäbisch Gmünd von dem Dirigenten Leonhard Metzger, einem Mann, der die Stadtkapelle in sehr beachtliche Höhe brachte. Die großen Erfolge konnten von seinem Nachfolger Richard Werner fortgeführt werden und es war sogar möglich, mit der Bataillonskapelle zu konkurrieren.

Während des ersten Weltkrieges verstummte die Musik ganz.

Viele Musiker des Vereins kehrten nicht mehr vom Krieg heim, andere wieder hielten sich nach den schweren Kriegsjahren sehr zurück.Der Verein war ständig im Streben nach oben begriffen, doch blieb er von Schwierigkeiten und Austritten nicht verschont.
Unter der bewährten Leitung von Dirigent Paul Graupner erzielte die Kapelle viele Erfolge in- und außerhalb des Bezirkes, was nicht zuletzt auch ein Verdienst des Vorstands Josef Maier war.

1920 erklärten sich vier Mitglieder (Reißmüller, Bürger, Bertsch und Krill) bereit, in ehrenamtlicher Arbeit eine Standarte anzufertigen, die heute noch sehenswert und wertvoll ist. Zur Standartenweihe waren damals Tausende gekommen, um dieses Meisterwerk der Silberschmiedekunst zu bestaunen. Wenige Monate danach erhielt die Stadtkapelle beim Volksmusikfest in Heidenheim in der höchsten Stufe einen 1. Preis und konnte dafür die erste Plakette an die Standarte heften. Beim Süddeutschen Musikfest in Stuttgart 1922 errang die Kapelle in der Kunststufe den 1. Preis, und fast jedes Jahr reihten sich nun Erfolge oder Erinnerungstaler an die Standarte.


Nach der Inflation 1923 übernahm Julius Appenzeller die Vereinsleitung. Seiner Initiative und dem guten Ruf der Kapelle war es zu verdanken, daß 1926 das Süddeutsche Musikfest nach Schwäbisch Gmünd vergeben wurde. Es war das schönste und größte Musikfest seiner Art bis heute.
Weitere Vorstände waren Bernhard Reißmüller, Franz Kopp, Hermann Möhler und ab 1936 Franz Doll, bis dann 1938 der Verein durch die Nazis aufgelöst wurde und das ganze Vereinsvermögen, das in der Geschäftsstelle des Kreisleiters im Prediger untergebracht war, von russischen, lettischen und polnischen Zivilarbeitern vollständig vernichtet wurde.

 

Allem zum Trotz fanden sich im Spätsommer 1945 Musiker zusammen und suchten Wege, um wieder eine Musikkapelle aufzubauen. Der nach Schwäbisch Gmünd gezogene Willi Dlugos setzte sich sehr dafür ein, und mit Kapellmeister Rudi Kohlert konnten die ersten Proben beginnen.


1949 kam es zur Wiedergründung des 1. Musikvereins. Franz Doll gab 1950 seinen Vereinsvorsitz an Karl Kübler ab. Der Verein bekam neuen Aufschwung, es wurde ein Plan für ein Doppeljubiläum geschmiedet, unter anderem schaffte man für die Musiker einheitliche Kleidung an. Das Doppeljubiläum
"75 Jahre Stadtkapelle und 50 Jahre Musikverein" fand vom 5. bis 7. Juli 1952 unter Beteiligung von 29 Musikvereinen statt.

 

1961 eröffnete man eine kleine Musikschule und bildete verstärkt Mädchen und Jungen aus. Bereits einige Jahre später konnte die Kapelle auf Wertungsspielen in Schorndorf und Gschwend an ihre früheren Erfolge in der Kunststufe anknüpfen. Leider gab es in den folgenden Jahren wiederum ein stetiges Auf und Ab, so daß bis zum 110-jährigen Bestehen 1977 ein totaler Neuaufbau erforderlich war. Altershalber übergab Anfang 1978 Kapellmeister Josef Wittmann seinen Dirigentenstab an Dietmar Spiller.


Josef Wittmann sorgte seit dieser Zeit nur noch für die Ausbildung von Nachwuchsmusikern. Unter Dirigent Spiller setzte wieder ein enormer Aufwärtstrend bei der jungen Kapelle ein. Nach 18-jähriger Tätigkeit als Vorsitzender des 1. Musikvereins trat Felix Schwab im März 1980 zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Robert Rogner gewählt. Damit war auch die Verjüngung der Vorstandschaft abgeschlossen. Dank dem unermüdlichen Tatendrang von Dirigent Spiller konnte 1979 ein Fanfarenzug ins Leben gerufen werden.

 

Zu seiner ersten Auslandsreise startete der 1. Musikverein im April 1984 nach Barnsley in England, wo neue Freundschaften mit englischen Kapellen geknüpft wurden. In den Pfingstferien 1985 stand die zweite Auslandsreise, diesmal nach Antibes in Südfrankreich, bevor. Im selben Jahr fand auch noch eine Gastspielreise nach Nieuwegein in Holland statt. Von nun an besuchte der 1. Musikverein Stadtkapelle in jährlichem Rhythmus die Partnerstädte der Stadt Schwäbisch Gmünd, in verschiedenen Ländern. Beispielsweise die Stadt Antibes (Südfrankreich), wo sie bei Folklorefesten, einem Blumenkorso, Partnerstadtsjubiläen usw. zu musikalischen Erfolgen aufspielte.


Im Jahre 1992 konnte die Stadtkapelle ihr 125-jähriges Bestehen feiern, Im selben Jahr reiste der 1. Musikverein Stadtkapelle nach Lidköping (Schweden).
1994 wurde die Reise nach Schweden wiederholt,da die enstandenen Freundschaften mit der "Lidköpinger Symphonic Band" gepflegt wurden.
Die darauffolgenden Jahre ging es im Wechsel nach Szekesfehervar (Ungarn) und Antibes (Südfrankreich) bis zum absoluten Reise-Highlight 1996, wo die Kapelle auf dem Musikfest in Bethlehem (Pennsylvania [USA]) aufspielte. Außerdem besuchte der Verein die Bundeshauptstadt Bonn, spielte am Tag der Deutschen Einheit als Vertreter der Landesregierung Baden Würtemberg in der Deutschen Botschaft in Prag und beim Festival der Gmünder in Europa in der Gemeinde Gemünda (Seßlach).


Am 18.01.2005 organisierte Dietmar Spiller mit dem 1. Musikverein-Stadtkapelle unter der Schirmherrschaft von OB Wolfgang Leidig zusammen mit Gmünder Künstlern ein Konzert im Peter Parler Saal des Stadtgarten für Waisenkinder in Sri Lanka, vor ca. 1.100 Besucher. Der erzielte Spendenbetrag betrug mit weiteren Spenden des Ostalbkreises 117.583 Euro. Von dem Spendengeld wurden Häuser, Brunnen und weitere Einrichtungen für 120 geschädigte Kinder finanziert. Für diese Leistung erhielt der 1. MV vom Land Baden Württemberg eine besondere Ehrung. Die Urkunde wurde durch den Gmünder OB Herrn Wolfgang Leidig an die 1. Vorsitzende Sissi Edelbauer, Harald Frey und Dirigent Dietmar Spiller überreicht.

 

Seit November 2010 hat Dr. Andreas Kittel die musikalische Leitung der Kapelle übernommen. Das Repertoire der Kapelle ist breit gefächert und somit ein Garant dafür, bei den verschiedensten Anlässen stets die passenden Musikstücke parat zu haben.

 
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